Luege, lose, baue !

In der Kuonimatt, gleich neben dem bestehenden Pilatus Markt ist der Bau eines weiteren Fachmarkt geplant. Es stellt sich wieder einmal die Frage, ob es jedes gewerbliches Bauprojekt aus wirtschaftspolitischen Überlegungen durchzuwinken gilt oder ob nicht auch kritisches hinterfragen Kriens weiterbringen kann? Bei allen neuen grossen Bauprojekten wird der Aspekt der Verkehrsplanung bedenklich vernachlässigt. Es fehlt beim Beurteilen und Bewilligen der Kopf und der notwendige Weitblick.

Zonenplanung ist nicht SimCity spielen

Zonenplanung ist nicht SimCity spielen

Jeder neue Bau bringt neuen Mehrverkehr. Immer noch wird die Zonenplanung aber losgelöst von der Verkehrsrichtplanung gehandhabt. Es wird gebaut ohne das man an die verkehrstechnischen Konsequenten denken will. Die Strasse füllt sich weiter und weiter. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass zukünftige wünschenswerte Bauprojekte auf Grund der Verkehrssituation nicht mehr realisierbar werden oder dass (noch schlimmer) ein Ausbau der strassengebundenen Verkehrsanbindung unausweichlich wird.

Bauland und Verkehrskapazitäten sind knappe und endliche Ressourcen mit welchen weitsichtig umgegangen werden muss. Bauvorhaben, welche sich durch ein optimiertes Verhältnis zwischen Neuverkehr und Wertschöpfung (Lebensqualität, Arbeitsplätze, Steuern usw.) auszeichnen, müssen bevorzugt behandelt werden.

Es soll sich bei der geforderten Vor- und Weitsicht nicht um Fundamental-Opposition gegen neue gewerbliche Bauvorhaben handeln. Sondern: Lose, luege und dann bauen.

Es gibt weitere Gründe grosse Bauvorhaben kritisch zu prüfen.

  • Strukturen die dem Klima schaden: Die fortlaufende Zersiedlung zwingt uns zu immer weiträumiger Mobilität. „Poschte“  mit dem Velo im Quartierlädeli oder beim Bäcker um die Ecke ist immer weniger möglich. Stattdessen müssen wir für den Grosseinkauf in grossen Einkaufszentren immer weitere Distanzen zurücklegen. Die unattraktive Erschliessung an das ÖV-Netz und an die Rad- und Fusswege erzwingen dabei immer mehr zusätzlichen motorisierten Individual-Verkehr. Dies führt zur Beeinträchtigung der Lebensqualität der direkt betroffenen (alle?), durch erhöhte Lärm und Luftbelastung.
  • Arbeitsplätze: Grosse gewerbliche Bauprojekte werden immer mit der Hoffnung auf neue Arbeitsplätze verknüpft. Diese Erwartung wird meistens auch erfüllt und die Investitionen schaffen in Kriens neue Arbeitsplätze. Kleinere Betriebe (KMUs, Ingenieur-, Architekturbüros usw.) generieren steuerlich und qualitative meist interessantere Arbeitsplätze und viel weniger Verkehr als etwa ein deutscher billigst Discounter.
  • Steuereinnahmen: Dank der gängigen Steuerausscheidung und fleissigen Steuerberatern können die Fililalen von grossen Konzernen ihre Steuerabgabe auf ein Mininmum reduzieren. Die grossen Filialen  liefern der Gemeinde Kriens nicht mehr Steuern ab als ein wohlhabender Haushalt. Den grössten Teil der Steuern zahlen die jeweiligen Konzerne an ihrem Hauptsitz.

geschrieben von Maurus Frey | Meinungen | 27.07.2009 23:04 | No Comments

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